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Hilferuf der südafrikanischen Weinindustrie

Südafrikas Lockdown

 

Südafrika erlebt einen der strengsten „Lockdowns“ weltweit, als Reaktion auf die COVIT 19 Pandemie.

Fünf Wochen lang war der Export von Wein verboten und auch auf dem innersüdafrikanischen Markt war der Verkauf verboten.

Kurzfristig wurden diese Restriktionen aufgehoben, um schnell wieder eingeführt zu werden.

Mittlerweile darf zwar wieder Wein exportiert werden, aber auf dem lokalen Markt ist der Verkauf und der öffentliche Konsum strikt verboten.

Aus gutem Grund rechtfertigt sich die Regierung. Gewaltdelikte alkoholisierter Täter binden zu viel Krankenhauskapazitäten. Das Gesundheitsministerium spricht von 6800 Notfallbehandlungen, z.B. durch Schießereien, Messerstechereien, Bandenkriege, Verkehrsunfälle, in drei Wochen, die durch das Alkoholverbot verhindert werden.

Das ist wirklich ein guter Grund, wenn man Krankenhausbetten für COVIT 19 Patienten freihalten will.

In den Krankenhäusern haben sich mittlerweile die Hälfte des Personals mit COVIT 19 angesteckt, die Zahlen der Infizierten steigen stetig.

Aktuell liegt, laut offizieller Regierungswebseite, die Rate der Infizierten bei 382 000 positiv getesteten und über 5300 Toten.

Die Mortalitätsrate ist relativ niedrig, man weiß noch nicht genau, warum das so ist. Die junge Bevölkerungsstruktur Südafrikas spielt sicher eine Rolle.

Die Lage in Gauteng und Eastern Cape ist besonders schlimm. Es wird von total überfüllten Krankenhäusern berichtet, es fehlen Intensivbetten, Sauerstoff, Schutzkleidung und noch viel mehr.

 

Auswirkungen in Südafrika

 

Neben den tragischen Verlusten ist der ökonomische Schaden des langen Lockdowns eine Katastrophe. Millionen von Menschen, vor allem Frauen, die die Stütze der südafrikanischen Gesellschaft sind, haben ihren Job verloren. Sie arbeiten meist als Hausangestellte und unterstützen mit ihrem Einkommen ihre Großfamilien.

Tagelöhner haben keine Einkünfte mehr und der Hunger breitet sich genauso aus wie das Virus.

 

Was bedeutet diese Situation für südafrikanische Weingüter?

 

Besonders hart getroffen ist der Tourismus und die südafrikanische Weinindustrie.  

Ca. 300 000 Arbeitsplätze hängen an der südafrikanischen Weinindustrie. Einer Industrie, die im Moment nicht agieren kann und darf.

Die Weingüter sitzen auf Millionen Litern besten Weins, der nicht verkauft werden darf.

Tastingroom Mitarbeiter, Feldarbeiter, Kellerarbeiter, Kollegen im Vertrieb, im Marketing, sogar Weinmacher verlieren ihre Jobs.

Hatten viele Farmen den ersten Lockdown noch überlebt, schließen nun mehr und mehr Betriebe ihre Türen. Die, die noch da sind hängen nun auf Gedeih und Verderben vom Export ab, aber natürlich sind dort die Möglichkeiten begrenzt und der Wettbewerb enorm.  

Man hat Angst, das bis zu 20% der Produzenten Ihre Lebensgrundlage verlieren.

 

Irgendwann wird dieser Überschuss an Wein auf den inländischen Markt geschwemmt, zu zwangsläufig günstigen Preisen. Es wird zu einer Neubewertung der südafrikanischen Weinpreise kommen.

Selbst wertvolle Weine werden nur das wert sein, was der Markt hergibt. Wenn keine Nachfrage besteht, spielt es keine Rolle, was der Wein in der Herstellung kostet.

Niemand verwendet die Produktionskosten jemals ernsthaft als Grundlage für die Preisgestaltung eines Luxusweins.

z.B. müßte ein Paul Sauer von Kanonkop deutlich weniger kosten, aber der Preis entspricht der Nachfrage und der Seltenheit.

Natürlich hat sich bei diesen Weinen eine treue Anhängerschaft entwickelt und der Wein ist qualitativ sehr gut und hochwertig.

Produzenten, die Rücklagen haben können die Krise aussitzen. Es kann einige Jahre dauern, aber früher oder später wird sich der Wein verkaufen, derweil reift der Wein und wird besser. Vielleicht kommen viele Weine nicht mehr viel zu früh auf den Markt.

All jene, die ihren Traubeneinkauf erst machen können, nachdem sie ihren fertigen Wein verkauf haben, haben diesen Luxus nicht. Ebenso diese, die Bankkredite laufen haben.

Die Sammlerstücke, wie Weine von Eben Sadie, Alheits, David & Nadia deren Volumen ohnehin sehr klein ist und deren Markt eher international ist, werden ihre Weine verkaufen. Vielleicht nicht so schnell!

Diejenigen, die sowohl die Marke, als auch das Kapital haben, wie z.B. Kanonkop, Meerlust, Mullineux, Hamilton Russell werden den Sturm auch überstehen. Ebenso die, die jahrelang an einer pragmatischen Preisstrategie festgehalten haben, wie Thelema und Neil Ellis.

 

Anfällig sind die aufstrebenden Sterne, die ein paar Jahre lang sehr gute Weine produziert haben und sich über einen hohen Preis definieren.

„Wenn sie klug sind sollten sie eine billige Zweitmarke aufbauen. Dies ist am einfachsten, wenn man Weine in den Fässern auf simple Flaschen füllt. Teure, schwere Flaschen und Wachssiegel sollten sie vermeiden. Ein nachträgliches „Sonderangebot“ sieht dann besonders lächerlich und unglaubwürdig aus,“ meint Michael Fridjhon, ein Kenner der südafrikanischen Weinindustrie.

Er denkt, dass sich die nächsten ein bis zwei Jahre als Markttest erweisen werden.

Es wird sehr viel guten Wein zu reduzierten Preisen geben, was das eigene Ego befriedigen wird, genauso wie den Gaumen.

 

Wir für uns haben folgendes beschlossen:

  1. Wir trinken soviel südafrikanischen Wein, wie wir können, ohne unserer Gesundheit zu schaden.
  2. Wir werden nicht müde die südafrikanische Weinfahne zu schwenken, wo immer wir können.
  3. Wir werden darauf verzichten unsere Lieferanten aktuell im Preis zu drücken, da die im Augenblick jeden Cent nötiger brauchen.

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