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Bo Kaap wird Kulturdenkmal – Ein Glück!

Bo Kaap oder Malay Quarter


Im 18. Jahrhundert wurde Bo Kaap von Kapmalaien besiedelt, nachdem sie aus der Sklaverei entlassen wurden, das war die Geburtsstunde eines der bedeutendsten Viertel Kapstadts. Von hier ging die Islamisierung aus und erste Moscheen Südafrikas wurden errichtet. 1794 begann der Bau der Auwal-Moschee in der Dorp-Straße und war damit die älteste Moschee Südafrikas. Muslime durften ihre Religion jedoch erst ab 1804 öffentlich ausüben. Die Moschee wurde auf dem Land eines befreiten Sklaven namens Coridon van Ceylon errichtet, dessen Tochter Saartjie van den Caap das Land erbte und spendete. Abdullah Kadi Abdus Salaam, auch als Tuan Guru bekannt, war der erste Imam der Moschee. Tuan Guru wurde aus politischen Gründen auf Robben Island inhaftiert. Während seiner Inhaftierung,  schrieb er aus der Erinnerung den ganzen Koran. Dieser Koran kann in der Auwal-Moschee besichtigt werden.

Bo Kaap während der Apartheid


Mitte des 20.Jahrhunderts erklärte die Apartheid Regierung, Bo Kaap im Rahmen des Group Areas Acts (verschiedenen ethnischen Gruppen wurden eigene Wohn- und Geschäftsgebiete zugewiesen) zu einem ausschließlich muslimischen Gebiet und zwang Menschen anderer Religionen und ethnischer Zugehörigkeit, das Gebiet zu verlassen.
Dieser Fall war einzigartig, da in dieser Zeit die meisten nicht weißen Menschen der Arbeiterklasse Südafrikas aus den Städten entfernt wurden.
Noch heute sind 90 % der ca. 6000 Einwohner Muslime.

Bunt Kaap

Besucht man das farbenfrohe Bo Kaap fragt man sich warum die muslimische Gemeinde die Häuser so farbenfroh gestaltet?
Will man die bunte Regenbogennation feiern, mit ihren vielfältigen Kulturen und Traditionen?
Liegt es daran, dass es Sklaven füher nicht erlaubt war Farben zu tragen und ihre Nachfahren die Freilassung mit bunten Kleidern, fröhlichem Schmuck und eben auch farbprächtigen Hausfassaden ausdrücken?
Oder ist etwas an der Geschichte, dass ein Arzt im Viertel seine Fassade rot gestrichen hat, um es leichter auffindbar zu machen und seine Nachbarn und Geschäftsleute taten es ihm gleich. So entstand nach und nach das facettenreiche, farbenfrohe Durcheinander.

Tourismusmagnet Bo Kaap

Dieses bute, fröhliche Treiben kann man sowohl auf eigene Faust oder als geführte Tour erkunden und der Geschichte, Kultur, den Menschen, Restaurants, Museen und den historischen Häusern näher kommen.
Natürlich liegt der Stadt Kapstadt viel am Erhalt dieser traditionellen Sehenswürdigkeit,  wohl auch deshalb wurde die Petition, das Viertel unter Denkmalschutz zu stellen, angenommen.



Bo Kaap ist Heritage Protection Overlay Zone

Seit Jahren findet im Bo Kaap ein Ausverkauf an Immobilien statt. Juppies und Investoren kaufen die teils runtergekommenen Immobilien von finanzschwachen  Bewohnern und das traditionelle Viertel droht seinen Charme zu verlieren.
Die Stadt führte einen umfassenden Prozess mit Öffentlichkeitsbeteiligung über den Vorschlag zur Einbeziehung des Bo-Kaap-Gebiets in eine HPOZ (Denkmalschutz) durch. Das Verfahren begann am 18. Januar 2019 und endete am 22. Februar 2019. Dazu gehörte eine Anhörung am 9. Februar 2019, bei der sich Organisationen auf kommunaler Ebene und der Wirtschaftssektor mündlich präsentierten. Am Ende gingen 2 298 Stellungnahmen ein, von denen 2 271 den Vorschlag unterstützten.
Da der Denkmalschutz genehmigt wurde sind nun die Eigentümer gefragt, den historischen Charakter des Viertels und  den Stil der Gebäude zu erhalten. Über 600 Liegenschaften im Privatbesitz sind davon betroffen.
Das HPOZ hat keinen Einfluss auf das Eigentum oder die Vermietung von Immobilien.
Das HPOZ wird auch Neuentwicklungen nicht verhindern. Der HPOZ fordert allerdings die Eigentümer auf, die bestehenden Wohngebäude zu erhalten und zu sanieren. Die Strassenlandschaften, Fußgängerwege und öffentliche Freiflächen zu schützen. Die Bewohner müssen sicherstellen, das bestehende Gebäude die historische Stadtlandschaft ergänzen und das religiöse Erbe nicht beeinträchtigen.

Die Eigentümer werden aber nicht allein gelassen. Die Stadt hat Raumplanungsbüros eingerichtet  und stellt Kulturerbe Profis zur Verfügung,  die die Hausbesitzer kostenlos beraten.
Nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger werden die Entwicklungen für Immobilien innerhalb des Bo Kaap kritischer beurteilt, wegen des  Einfluss des Entwicklungsvorschlags auf den Wert der Gebäude, des Standorts und des Gebiets. Dies dient dazu, unangemessene Entwicklung und Veränderungen innerhalb des Bo-Kaap zu verhindern.
So kann man nur hoffen, das dieses farbenfrohe, historische Erbe vernünftigt verwaltet und erhalten wird.

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