Weinland Italien

Südtirol
Südtirol ist die nördlichste Provinz Italiens und zählt zu den
kleinsten Weinanbaugebieten Europas, besticht aber durch seine Vielfalt
und die günstigen klimatischen Bedingungen. Die reizvolle
Rebenlandschaft vor der Kulisse schneebedeckter Gipfel steht für
außergewöhnliche Weine. Heute sind über 5000 Hektar mir Reben bestockt.
Die Weinberge erstrecken sich in den Tälern entlang der Etsch zwischen
Schlanders und Salurn, und entlang des Eisack zwischen Bozen und
Brixen.
Sizilien
Sizilien, von Italien durch die Straße von Messina getrennt, ist die
größte und bevölkerungsreichste Insel im Mittelmeer. Die Südseite der
Insel besteht fast ganz aus dürren Hügeln; hier sind bewässerte
Weinberge von Gestrüpp und Kakteen umgeben. Dieser Bereich ist direkt
den Winden, die aus Afrika herüberwehen, ausgesetzt.
Zwischen Juni und September fällt wenig Regen, daher stellt sich häufig
Trockenheit ein und macht Bewässerung von etwa 50% der Weinberge in der
Region unumgänglich. Die Berge im Norden und Osten sind kühler und
feuchter, erhalten aber dennoch genug Sonnenschein für eine langsame,
gleichmäßige Reife der Trauben.

Sardinien
Sardinien besteht zu 85% aus Gebirgen und Hochflächen. Die meisten
Weinberge liegen aber in der sanft hügeligen bis flachen
Campidano-Ebene zwischen Cagliari und Oristano und in der Ebene von
Alghero.
Die Lage Sardiniens im Mittelmeer sichert reichlichen Sonnenschein; die
Temperaturen unterscheiden sich auf der warmen, den Winden aus
Nordafrika ausgesetzten Süd- und Westseite von der den kühleren Winden
vom Tyrrhenischen Meer zugänglichen Nord- und Ostseite. Deshalb wird
die flache Alberello-Erziehung angewandt; neue Weinberge werden oft im
Windschatten von Bergen oder Bäumen angelegt.

Abruzzen
Die Abruzzen sind von den Apenninen beherrscht, die hier mit dem 2914m
hohen Corno Grande im Gran-Sasso d‘Italia-Massiv und mit dem 2975 m
hohen Monte Amaro im Maiella-Gebirge ihre höchsten Gipfel haben. Die
wenigen flachen Gegenden liegen beruhigend hoch über dem Meeresspiegel.
Die Klimabedingungen schwanken von kühl und feucht im hochgelegenen
Inneren, das den Einflüssen des Meeres von beiden Seiten ausgesetzt
ist, bis beständig wärmer und trockener hinab zur 129 km langen
Adriaküste. Weinbau wird zum Teil in hohen Lagen betrieben. Der größte
Teil der Rebfläche liegt jedoch in den kegeligen Hügeln auf kalkreichem
Lehmboden entlang der Adria, wo auch während der üblichen
Sommertrockenheit Luftbewegung herrscht.

Apulien
Die langgezogene Region Apulien bildet Sporn (das Gargano-Gebirge) und
Absatz (die Halbinsel Salento) des italienischen Stiefels und zieht
sich bis zum östlichsten Punkt Italiens, Capo d’Otranto. Es ist auch
die flachste Region mit 53% Ebene, 45% Hochflächen und Hügelland und
nur 2% Gebirge. Die Halbinsel Salento und die Bari- und
Capitanata-Ebenen im Norden sind die wichtigsten Weinbaubereiche der
weinreichsten Region Europas, aber auch das höchstgelegene
Murge-Plateau ist mit Reben besetzt. Die Sommer sind meist heiß und
trocken; allerdings entstehen Wetterschwankungen durch Luftströmungen,
die von der Adria her über die Murge- und Gargano-Höhen gegen die hohen
Apenninen ziehen.

Marken
Die Landkarte der Marken suggeriert Symmetrie, obwohl ein Drittel der
Fläche hügelig und der Rest gebirgig ist. Zwischen den hohen Apenninen
und der Adria liegt ein durchschnittlich 30 km breiter Streifen
Hügelland, wo sich der größte Teil der Rebfläche befindet.
Das Klima ist beneidenswert beständig; nur hohe, im Winter
schneebedeckte Lagen sind gelegentlich kalt und feucht. Im Sommer wird
die sonnig-milde adriatischapenninische Konstellation durch Gewitter
unterbrochen oder durch anhaltende Trockenheit gestört. Sandiger Lehm
herrscht in den für den Weinbau gut geeigneten Hügeln vor; Unterschiede
im Gehalt an Gestein, fossilen und mineralischen Bestandteilen bewirken
Qualitätsvariationen.
Latium
Latium grenzt an alle fünf anderen zentralen Regionen, mit denen es
sich eine Reihe von Rebsorten teilt. Am meisten hat es mit dem
südlichen Nachbarn Kampanien gemeinsam: den fruchtbaren Vulkanboden und
das tyrrhenische Klima im Schutz des Apennins. Das Klima variiert von
trocken und heiß an der Küste bis zunehmend kühler und feuchter im
Inneren, wo die Sommertrockenheit selten problematisch wird. Reben
gedeihen überall, außer in den hohen Lagen des Apennins.

Umbrien
Die Apenninen umschließen Umbrien als ein grünes Hochland im Herzen der
Halbinsel mit reichlich Wasser in Seen, Flüssen und Quellen, jedoch
ohne eigene Meeresküste. Die gesamte Region liegt über 100m hoch; in
den kalten Monaten gibt es reichlich Regen, und die Sommer sind sonnig,
aber durch Wind gekühlt, so daß die Weinberge nie überhitzt werden und
auch der Trockenheit die näher am Meer fühlbare Intensität fehlt. Die
meisten Weinberge haben kalkreichen Lehm- und Sandboden, der manchmal
ähnlich kreideweiß erscheint wie in der Champagne.

Trentino
Das Trentino, Italiens nördlichste Region ist von den Alpen
umschlossen, deren Täler von Gletschern und Flüssen geformt wurden, bis
der Mensch an seinen Hängen Terrassen baute. Nur 5% der Fläche liegen
unterhalb von 500m und nur 15% sind kultivierbar. Das Klima reicht von
fast arktisch in den Höhen der Alpen bis mediterran am nördlichen Ende
des Gardasees. Hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht
verleihen den Weinen ihr kräftiges Aroma. Die Böden bestehen aus
Kalkgestein mit Gletscher- oder Schwemmlandablagerungen aus Kies, Sand
und Lehm. Sie sind meist karg, leicht und durchlässig, also fast ideal
für die Weinrebe.

Veneto
In Venetien sind Berge und Ebene fein säuberlich getrennt. Venedig
liegt am Ende der Pianura Veneta, die mit fruchtbarem Boden und mildem
Klima die reichlichste Quelle für Wein in Oberitalien darstellt. Die
Adria übt mäßigenden Einfl uss auf das Klima in den Küstenebenen aus,
doch weiter im Inneren wird es im Sommer heiß und manchmal anhaltend
trocken. Die Barriere der Alpen staut die Wärme im Adria-Becken auf und
bringt Niederschläge in den Bergen. Die Bodenbeschaffenheiten der
Region reichen von kies- und kalkhaltigen, bis hin zu mineralreichen
Sand- und Lehmböden mit Kiesuntergrund.

Piemont
Das Piemont ist die größte Region auf dem italienischen Festland, da
aber seine Fläche zu 43% aus Gebirge und zu 27% aus Ebenen besteht,
bleibt nicht allzuviel Raum für den Weinbau in günstigen Südlagen. Das
Klima ist im Winter kalt und feucht (die Winzer wünschen sogar Schnee)
und im Sommer warm und reich an Sonnenschein. Die Böden sind kalkreich,
in der Zusammensetzung wie im Mikroklima zeigen sich jedoch feine
Unterschiede.

Emilia Romagna
Die Emilia Romagna gehört zweifelsohne zu den aufstrebendsten
Weinbaugebieten Italiens. Neben dem Lambrusco (Emilia) und dem
Sangiovese (Romagna) wurden eine Reihe anderer Rebsorten (Montù,
Pignoletto, Chardonnay, Sauvignon) durch ein ehrgeiziges Weinbauprojekt
aufgewertet und heute ein interessantes Gleichgewicht zwischen
qualitativ hochwertigen und den allgemein bekannten Konsumweinen dieser
Region erreicht.

Toskana
Die Toskana erstreckt sich von den Bergen zum Meer über ein in Form und Flora abwechslungsreiches Hügelland.
Doch trotz der Unterschiede im Detail zeigt das Ganze außergewöhnliche
Harmonie. Zwei Drittel der Fläche bilden jedoch Berghänge zwischen 100
und 500m, die selbst während der sommerlichen Trockenheit von kühlendem
Wind bestrichen werden. Um Florenz und Siena liegt das mit Oliven und
Reben in Mischkulturen bebaute eigentliche Weinbauland. In den zentral
gelegenen Hügeln sind die Bedingungen für den Weinbau günstiger, weil
es dort kühler ist als an der Küste, wo sich trotzdem an manchen
Stellen unerwartetes Potential zeigt.